So, nachdem ich jetzt auch schon eine Weile wieder in Deutschland bin und bevor Jana ihren „Back in Germany“-Bericht veröffentlicht, schreibe ich jetzt noch mal über meine letzten Tage in den USA und die ersten Tage hier in Deutschland.
Mein Flug ging am Donnerstag dem 11. Juni, sodass ich am Samstag davor noch eine Abschiedsfete gemacht habe; ein gemütlicher Abend mit Pizza, Volleyball und einfach ganz viel erzählen. Meine Freunde hatten mir ein Fotoalbum gemacht, T-Shirts bedrucken lassen, T-Shirts unterschrieben und echt liebe Briefe geschrieben, alles damit ich sie und die geile Zeit die wir hatten nicht vergessen werde, aber diese Gefahr besteht gar nicht, denn ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt, die ich niemals vergessen werde!

Montag hieß es dann die Koffer schon mal packen um rauszufinden wie viel denn jetzt letztendlich mit der Post geschickt werden muss. (es sind fast 20 kg geworden…;-)) Abends hatte einer meiner besten Freundinnen in den USA (Austauschschülerin aus Dänemark) eine Geburtstags und Abschiedfeier wo ich dann meine ganzen Freunde auch noch mal gesehen hab und es ein echt lustiger Abend war, der gegen Ende doch von Tränen geschmückt war, da die ganzen Jungs am nächsten Tag in den Urlaub fuhren und ich sie so an dem Abend wirklich das letzte mal gesehen habe…:( Dienstagmorgen haben ein paar Freundinnen und ich zusammen gefrühstückt und bis zum Nachmittag noch was erzählt. Nachmittags bin ich mit meinen Schwestern und meiner Gastmutter noch in den Zoo gefahren, da sie ihn mir noch unbedingt zeigen wollten…;-). Der Zoobesuch war aber leider etwas verregnet
Dienstagabend ging’s dann weiter zur nächsten Abschiedsfeier, die auch wieder traurig war. Mittwochmorgen bin ich dann noch zur Schule und hab mir mein Zeugnis geben lassen und mit ein paar Leuten noch „Cross Country“ gemacht, danach kamen meine besten Freundinnen aus den USA noch mal vorbei, wir sind zur Post gefahren und haben die 20 kg abgeschickt. Meine große Schwester hatte an dem Abend noch ein „Dance-Concert“ Downtown in Salt Lake City, sodass wir gegen Abend dorthin gefahren sind in meinem Lieblings-Restaurant gefahren und haben uns dann das „Dance-Concert“ angeguckt
Abends zu Hause angekommen hieß es dann noch Koffer endgültig zu machen, ich hab mit meiner Familie noch was erzählt und ich hab von meiner Schwester eine Decke bekommen, wo sie alle lustigen Erinnerungen aus den vergangenen 10 drauf geschrieben hat. Echt ein süßes Geschenk…! Ich hatte für meine Familie ein Fotoalbum gemacht, welches wir dann an dem Abend abermals unter Tränen durchgeschaut haben. Meine Familie und besonders meine Schwestern werde ich echt vermissen, bzw. vermisse ich schon…!
Donnerstag war dann der große Tag des Abfluges! Ich musste um 5 Uhr morgens am Flughafen sein und war dementsprechend schon um halb 4 wach. Als ich wie ich dachte das letzte Mal aus der Haustür gegangen bin, das letzte Mal das Haus gesehen hab, das letzte Mal auf diese oder jener Straße gefahren bin etc. kamen mir echt die Tränen und ich dachte mir so „Ja, das war’s jetzt!“. Die ganzen letzten 10 Monate liefen wie in so einem Film vor mir ab. Schlimmer wurde es dann aber ja noch als sie uns am Flughafen sagten, dass mein Flug gestrichen war und ich 4 Stunden später erst fliegen würde und ich den ganzen Abschied noch mal vor mir hatte. Wir sind also wieder nach Hause gefahren und dann 2 Stunden später wieder zum Flughafen wo mich dann die Tränen überkamen, die mich auch die nächste halbe Stunde nicht mehr loslassen wollten. Der Mann an der Security war auch schon total besorgt um mich und hat mich gefragt ob ich freiwillig fliege, ob ich verfolgt werde oder gezwungen werde zu fliegen. Worauf hin ich ihm dann erklärt habe, dass es sich nur um Abschiedtränen handelt. Mein Flug sollte eigentlich von Salt Lake City nach Chicago und von dort weiter nach Düsseldorf, dadurch das ich meinen ersten Flug aber nicht pünktlich bekommen hab und mein erster Flieger dann noch Verspätung hatte hab ich meinen Anschlussflug in Chicago nicht bekommen und wurde dementsprechend in einen Flieger nach Paris gesetzt, der aber auch schon Verspätung hatte, sodass ich meinen Anschlussflug von Paris nach Frankfurt auch verpasst hab und somit noch mal 3 Stunden in Paris war, bis ich endlich nach Düsseldorf fliegen konnte! In Düsseldorf hab ich dann vergeblich auf meine Koffer gewartet, die aber höchstwahrscheinlich bei dem ganzen Umsteigen nicht mitgekommen sind, was aber halb so schlimm war, da am nächsten Morgen ein netter Man vor der Tür stand und meine zwei 23 Kg wiegenden Koffer vorbei gebracht hat. Mit 10 Stunden Verspätung aber einfach nur superglücklich kam ich dann in Düsseldorf an wo meine Familie, meine Freunde, Janas Familie und meine Patentante warteten und ich mit Plakaten, Sonnenblumen, Luftballons und einem Käsebrötchen begrüßt wurde, hatte man mir doch in Paris noch den Eindruck vermittelt, dass nur meine Familie kommen würde…;-) Die Überraschung war aber einfach nur riesig und absolut gelungen…:) Also ein ganz großes Danke an alle die gekommen sind
Anschließend ging’s nach Hause und ich hab festgestellt, dass Deutschland im Vergleich zu Utah extrem grün ist und ganz viele Bäume und Wälder hat…;-) Zu Hause wurde dann erst mal das Haus inspiziert und es gab Sekt und ein “typisch deutsches” Abendbrot.
Wegen dem Jetlag bin ich dann auch erst gegen 2 Uhr nachmittags aufgestanden und kam grade aus der Dusche als die ersten meiner Freunde als Überraschung eintrudelten. Eine weitere Überraschung—:) Zu Kaffee und Kuchen kam dann auch noch ein Großteil meiner Verwandtschaft und es war echt cool alle endlich mal wieder zu sehen. Sonntag ging’s dann noch etwas ruhiger zu und abends kam Opa zum Spargelessen.

Meine Ankunft in Deutschland war auf jeden Fall super und es war beeindruckend wie herzlich ich von allen empfangen wurde!
Die letzten Tage in den USA waren für mich gefühlsmäßig das totale Chaos und eine einzige Achterbahnfahrt! Ich hab mich total auf Deutschland, meine Familie und meine Freunde gefreut, aber der bittere Beigeschmack ist die Tatsache, dass ich meine Freunde und meine Familie in Utah zurücklassen muss. Zwei Leben, die man jetzt irgendwie versucht zu verbinden!
Zurückblickend kann ich sagen, dass die 10 Monate einfach nur eine geile Zeit waren! Klar war es nicht immer leicht und es gab auch mal Momente wo man sich gefragt hat „Warum hab ich das überhaupt gemacht?“, aber die Erfahrungen und Eindrücke die ich gemacht hab und die Sachen die ich gelernt habe, die Leute die ich kennen und lieben gelernt habe entschädigen für kleine Unannehmlichkeiten die es mal gab! 10 Monate ohne mein gewohntes Umfeld haben mir noch mehr gezeigt wie wichtig mir meine Familie in Deutschland ist und wie lieb sie mich haben. Und was für tolle Freundinnen und Freunde ich in Deutschland habe. Ich weiß jetzt noch mehr als vorher was ich an meiner Familie und meinen Freunden habe!
Die 10 Monate in den USA waren echt AWESOME und ich würde es jederzeit wieder machen und kann es auch nur jedem empfehlen…;-)
Danke für alles, besonders Mama und Papa! <3

