Verfasst von: mariposaa | August 27, 2008

hay mucha lluvia

Es regnet seit 48 Stunden ununterbrochen…

Santo Domingo ist voellig ueberflutet und eine laengere Sitzung auf dem Lokus bei uns erinnert an chinesische Tropfenfolter =) Aber was soll man von so einem Wellblechdach schon erwarten…  Wenn es regnet funktioniert hier anscheinend nichts: die Regierung gibt Schulfrei, niemand arbeitet und alle bleiben zu Hause. Sonst waere naemlich gestern mein erster Schultag gewesen, aber meine Gastmutter meinte, vor meiner Schule ist eine rieeesige Pfuetze, die ich niemals ueberqueren koenne :P

Ein Russe mit dominikanischem Pass, den ich gestern kennen und schaetzen gelernt habe, hat mir erklaert, dass die Dominikaner eine Riesenangst vor Regen haben, weil sie denken, sie erkaelten sich und werden sofort krank. Das erklaert dann, warum meine gesamte Familie die letzten zwei Tage mehr oder weniger vor dem Fernseher abgesessen hat…

Aber lange bleibt es hier nie langweilig und an Ruhe ist schon gar nicht yu denken, auch wenn eigentlich nichts los ist… Gestern kam irgendwann so ein kleiner Obermacho bei uns vorbei, der auch in meiner Klasse ist, wie man mir erklaert hat, irgendjemand hat dann Musik angemacht und auf einmal haben alle getanzt und ich hab meine ersten Schritte Merengue und Bachata gemacht. Wow, sowas wolltest du erleben, hab ich mir gedacht, mit einem Mal war die Stimmung von null auf hundert!!!

Vorgestern sind wir uebrigens zu einem Markt nach Haiti gefahren. In einem oeffentlichen Bus! So ein klappriges Teil, da kommt noch nicht mal der Zug in Vietnam ran =) Aber das war auch echt ein Erlebnis, muss ich sagen. Die Haitianer sind aber wirklich sehr, sehr arm, das fanden sogar meine Gastschwestern. Der ganze Markt war auf dem Boden und man hat einfach alles angefasst und ausgepackt, fuer mich wirklich ungewoehnlich.

Nach Hause sind wir dann mit einem Typen gefahren, der einfach eine Knarre in der Jeans stecken hatte, wieder ein Grund, sich zu wundern… Von da an hab ich genauer hingeschaut und entdeckt, dass sehr viele Leute bewaffnet sind.

Und noch eine lustige Geschichte: als wir aus dem Auto ausgestiegen sind hat mir von der anderen Strassenseite jemand was zugerufen, ich habe zuerst nur dinero, Geld verstanden, dann hab ich kapiert, dass er mich darauf aufmerksam machen will, dass der Geldschein in meiner Hosentasche minimal ober rausguckt und ich ihn weiter reinstecken soll, das hat er aus zehn Metern Entfernung gesehen…tzzz…

Mein Handy habe ich immernoch nicht, jeden Tag sagen mir meine Gastschwestern: morgen fahren wir nach San Juan und treffe Richard, jaja, der Typ heisst gar nicht David, naja, im Moment geht es wohl wirklich nicht, weil eine Bruecke eingestuerzt ist und zur Zeit niemand aus Las Matas rauskommt…

Morgen fahre ich mit meiner Familie nach Santo Domingo, wo es eine Art Wilkommenscocktail fuer alle Gastfamilien und -Schueler gibt. Meine Familie hat wohl eine zweite Wohnung in der Hauptstadt, wo wir das ganze Wochenende bleiben, wenn ich sie richtig verstanden habe…

Also bis bald – Gruesse an alle!!!


Antworten

  1. freu mich von dir zu hören!!
    das mit der stimmung beim tanzen kann ich nachvollziehen glaub ich :) die lateinamerikanische musik ist einfach geil und wie dazu getanz wird erst recht.
    hier regnets heute auch! un besito y un abrazo :)

  2. Hi, wir freuen uns, dass deine Eltern dich doch nach Santo Domingo begleiten!
    Ich kriege auch richtig Angst vor mucha lluvia – werde mal mit Frau Sommer Kontakt aufnehmen, ob deutsche Lehrer dann auch schulfrei bekommen.
    Am besten nehmt ihr nach Santo Domingo ein Schlauchboot mit.
    Viel Spaß :-)

  3. Mensch Maria, du kommst ja schon richtig rum. heute Haiti, morgen Hauptstadt, klingt für mich fast besser als Schule. ;-)
    Aber irgendwann hört der Regen ja sicher auf. :-)

    Man, wenn ich das alles so lese hier – drei Berichte aus drei Ländern – so viele Eindrücke, so viel Neues und Spannendes überall – ich gebs zu – ja, ich bin echt ein bisschen neidisch.

    Hasta pronto!

  4. Hi Maria, wir freuen uns, dass deine Eltern dich doch nach Santo Domingo begleiten.
    Ich bekomme auch große Angst vor mucha lluvia!
    Werde mal zu Frau Sommer Kontakt aufnehmen, ob deutsche Lehrer dann auch schulfrei bekommen.
    Noch was, kauf dir doch in der Hauptstadt ein neues handy – ich glaube, das klappt ohnehin nicht mit der Karte.
    Außerdem bedeutet bei euch „morgen“ was anderes als bei uns.
    Lass es dir gut gehen :-)

  5. das hört sich alles nahc so einer ganz anderen welt an, aber wirklich interesant….wer hätte gedacht , dass man sich mal nahc der schule sehnt??^^…aber ich vesrteh dich schon…selbst ich warte scon auf deinen bericht, wie es denn da so in der schule läuft….
    und einfach mal von jetzt auf gleich party machen hört sich auch verlockend an….=)
    ld :-*

  6. hmmm hört sich irgednwie cool an=) die regierung sollte das hier auch mal anschaffen dass wenns rgenet wir keine schule haben:d find ich gut=)

    ld:-*

  7. Der große Regen heißt „Gustav“ und nähert sich jetzt Jamaika und Kuba. (Steht jedenfalls hier bei uns in der RP)
    Und wenn „Gustav“ weg ist, hast du auch wieder Schule.:-)
    Aber erstmal viel Spaß in Santo Domingo!:-)
    Freue mich schon, mehr von dir und diesem erstaunlichen Land zu hören.

  8. Hi Maria,

    wir sind froh endlich etwas von dir gehört zu haben. Das fängt ja richtig gut an, wie es sich für tropische Länder gehört.

    Ich nehme mal an, daß dein Interesse an Abenteuern ungebrochen istund vergiß nicht das Motto de cette experience excaltante: „Schaff dir Erinnerungen fürs Leben“.

    Wie wärs mit einem Tagebuch, genauen Beschreibungen, Fotos, Skizzen und Interviews.

    Annabella findet den Alco-Test übrigens normal und typisch für Südländer, wir tun uns damit etwas schwerer.

    Die Nacht der ersten Mondlandung im Juli 1968 habe ich übrigens in einem französischen Nachtexpress ab 2 Uhr nachts vor der Toilette auf dem Gang schlafend verbracht, Ankunft in Paris um sechs Uhr morgens. Train Métro et Marcher um acht war ich angekommen und am folgenden Freitag per Autostop zurück in die Bretagne, dabei habe ich Nantes à pied durchquert und dann in einem mit Obst beladenen LKW auf dem Getriebe im Führerhaus gehockt und mich gibts immer noch.

    Liebe Grüße von uns, also Marie Annabella undmir und halt die Ohren steif, aber tust du sowieso.

    Rainer Rauch

  9. Hallo Maria,
    ein tolles Foto von Euch Drei und Dein erster Bericht : Sehr beeindruckend.

    Wir sind derzeit bei gutem Wetter am Bodensee, aber was ist das schon gegen die Dom-Rep und Deine dortigen Erlebnisse.
    Bis bald
    Volker und Rosi

  10. Hallo liebe Maria,
    mit großem Interesse lese ich des öfteren Deine
    Schilderungen, und ich muß sagen, ich bewundere
    Dich, wie tough Du bisher alles gemeistert hast.
    Ich habe mal überlegt, ob ich mir das damals zugetraut hätte – vielleicht wäre ich bis Italien gekommen???
    Volker talpt z.Zt. mit Arnd in den Bergen herum.
    Du siehst, auch er sucht das Abenteuer!!
    Liebe Maria, bleib weiterhin heiter und b is bald
    einmal wieder.
    Witha


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