Jetzt bin ich ja auch schon ein paar Tage wieder hier und habe genug Abstand gefunden, dass es mir Spaß macht, die letzten Tage in Buenos Aires nochmal Revue passieren zu lassen. Juni, der letzte Monat meines Austauschjahres, war irgendwie der beste, wahrscheinlich muss das einfach so sein, dass man immer geht, wenns am schönsten ist.
Es hatte mit einem Dämpfer angefangen, als sich an einem Freitagabend plötzlich bei uns rumsprach, dass unsere Schule für zwei Wochen geschlossen bleiben sollte, weil sich eine Lehrerin mit Schweinegrippe infiziert hatte. Ich fands erstmal traurig, weil ich mich noch gar nicht darauf eingestellt hatte, jetzt schon gar nicht mehr zusammen mit meiner Klasse zur Schule zu gehen. Meine letzten zwei Wochen hatte ich also Ferien und dadurch rückte das Ende, der Abschied sehr ruckartig ziemlich nah.
Die Schweinegrippe-Ferien sind dann allerdings doch noch ziemlich gut geworden. Pyjama Partys bei Brenda, Irish Pub mit den chicas, Kino, und La Bomba de tiempo gleich zwei Montrage hintereinander. Da könnte ich echt jede Woche hingehen, so geil. (Aber nicht in so nem großen Stadion wie in dem Video, sondern in so ner Lagerhalle).
Es war im Nachinein auch genau der Richtige Zeitpunkt für mich Buenos Aires zu verlassen, denn jetzt ist da erst richtig die Grippewelle ausgebrochen und alle Schule, Universitäten und sogar Kinos und so waren geschlossen.
Ich hatte dann noch genau Montag und Dienstag Schule und musste mich dann schon verabschieden, um ins AFS End of Stay Camp zu fahren. Montag nach der Schule sind wir alle zu einer Pizzeria gegangen, die nur 7 Blöcke von unserer Schule entfernt war und meine Klasse meinte, ich müsse da unbedingt hin. Die war schon recht alt und sehr traditionell argentinisch, so dass auch Maradona und alle sich da schon verewigt hatten.
Die Stimmung bei diesem Abschiedsessen war super, was größtenteils daran lag, dass wir sagen konnte: wir sehen uns ja morgen nochmal. An meinem letzten Schultag am Dienstag ging allerdings gar nichts mehr. Morgens als ich in den Bus eingestiegen bin, hab ich bemerkt, dass ich leider allein war und niemand aus meiner Schule darin saß. Die Chance war nie besonders groß, weil es zig Buslinien hab, die jeweils alle fünf Minuten fuhren, aber trotzdem war ich meistens nicht alleine im Bus. Mein Schulweg führt vorbei an verschiedenen Wahrzeichen der Stadt, die mir über das Jahr sehr vertraut geworden sind und wie immer fuhr (raste) der Bus zwischen dem Rosa Haus und Puerto Madero entlang und dann zwischen dem Denkmal der im Krieg um die Malvinen Gefallenen und dem „Turm der Engländer“ – sehr seltsam übrigens, dass die zwei Sachen sich genau gegenüber stehen. Die ganze Fahrt liefen mir die Tränen runter. Was ja Gott sei Dank in so einer großen Stadt morgens im Berufsverkehr niemanden interessiert.
Der Schultag war dann höchst seltsam und es war schwer vorstellbar jetzt nicht mehr jeden Tag dorthin zu kommen. Mittags bin ich dann mit meiner besten argentinischen Freundin Florencia in einen großen Park und dort haben wir uns verabschiedet, was eigentlich der schwerste aller Abschiede war. Zu Hause bin ich dann auch noch heulend meiner Gastschwester in die Arme gefallen. Der letzte Tag war wirklich überhaupt nicht leicht.




hey jana.lese gerade deine letzten tage in boenes aires.ich glaube jetzt bist du zuhause angekommen.bewahre all die tollen erlebnisse in deinem herzen auf.hier zuhause herzlich willkommen.kuß oma.
Von: Oma Brüggen am Juli 21, 2009
um 5:50